Brandhaus-Lehrgang in Würzburg
Genauer gesagt Verhaltenstraining im Brandfall ist die korrekte Bezeichnung für den Lehrgang, den der Kamerad Matthias Müller zwei Tage an der Staatlichen Feuerwehrschule in Würzburg absolvieren konnte.
Zusammen mit den Kameraden Matthias Nirschl (FF Hengersberg), Willi Ebner (FF Neuhausen) und Hamperl Christian (FF Pankofen) fuhr er nach Unterfranken.
Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung begann der Lehrgang mit einer Hitzegewöhnungsübung im Keller der Brandsimulationsanlage, bei ca. 170°C in der Mitte des Raumes konnten die Teilnehmer die Grenzen ihrer Schutzausrüstung testen. Hitze und Rauch sammeln sich unter der Decke des Raumes, somit ist es ratsam sich bei einem Zimmerbrand in geduckter Haltung, möglichst weit unten aufzuhalten.
Am Nachmittag des ersten Tages konnte jeder Trupp zwei Übungen absolvieren, einen Wohungsbrand im Obergeschoß und einen Werkstattbrand im Erdgeschoß. Bei beiden Übungen mussten die Stockwerke nach Personen durchsucht und die Brände gelöscht werden. Auch Gefahrenquellen wie Gasflaschen, Kanister mit brennbaren Flüssigkeiten etc. mussten beachtet werden.
Der nächste Morgen begann mit einem Kellerbrand mit einer verunglückten Person. Neben der Personenrettung wurde auch die Kommunikation mit dem Gruppenführer per Funk, die Sicherung des Rückzugweges und die Atemschutzüberwachung trainiert.
Bei der zweiten Übung, wieder im Obergeschoß der Anlage, brannte die ganze Wohnung und eine „Mutter“ mit „Kind“ waren zu retten. Die Übungspuppen hatten zum Teil ein Gewicht von 80kg, was die Übung noch realistischer gestaltete.
Am Rande der Übungen wurde auch der Einsatz von sogenannten Atemschutzüberhosen diskutiert, mehrlagige Hosen, die den Atemschutzgeräteträger vor der Hitze schützen sollen.
Sie bieten zwar mehr Schutz, jedoch fehlt ein sogenanntes Hitzefenster, welches den Einsatzkräften ermöglicht die vorherrschenden Temperaturen zu fühlen, wird es zu heiß zieht man sich zurück. Natürlich bieten die Überhosen mehr Schutz, man muss jedoch vorsichtig und nicht zu übermütig sein.
Nach jeder Übung fand eine Nachbesprechung mit dem Ausbilder statt, welcher den vorgehenden Trupp begleitete und über Funktkontakt mit dem Leitstand die Simulation steuerte. Er wies die Teilnehmer nach der Übung auf Fehler hin und gab ihnen Tipps zum richtigen Vorgehen.
Die Teilnahme an diesem Lehrgang wäre für jeden Atemschutzgeräteträger sinnvoll, jedoch hat die Anlage eine begrenzte Kapazität, so dass im Landkreis Deggendorf nur jährlich 8 Atemschutzgeräteträger die Möglichkeit haben in Würzburg zu trainieren.
| Feuerwehr » Übungen / Ausbildung » Übungen / Ausbildung 2010 » 29. - 30.04.2010 || Brandhaus Würzburg (45) |
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