"Werksbrand" schnell im Griff
Großübung auf dem Gelände der Firma Wethje in Hengersberg
Hengersberg. Aus noch ungeklärter Ursache brach in Halle 1 der Firma Wethje im Gewerbegebiet Hengersberg Feuer aus. Starke Rauchentwicklung breitete sich im gesamten Gebäude aus. Feuerwehreinsatzleiter Arthur Weiß wurde gemeldet, dass sich noch 15 Personen in dem Gebäude befinden und diesen der Weg ins Freie versperrt ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind einige der Vermissten bereits bewusstlos. So oder ähnlich würde es sich im Ernstfall anhören, der sechs Feuerwehren bei einer Großübung im Rahmen der Brandschutzwoche vorgegeben wurde. Für den Übungszweck stellte die Firma Wethje im Gewerbegebiet eine ihrer Werkshallen zur Verfügung.
Um 15 Uhr rückten ca. 140 Einsatzkräfte von Feuerwehr und BRK aus. Über Funk informierte Arthur Weiß über die Situation vor Ort. Bei Eintreffen wussten die Wehren bereits, was zu tun war. Die Feuerwehr Hengersberg kümmerte sich mit der 30-Meter-Drehleiter und dem Löschfahrzeug um die Brandbekämpfung im Nordbereich der Halle, während die Feuerwehren Niederalteich und Schwarzach damit beschäftigt waren, ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbargebäude im Süden zu verhindern. Vor dem „Wasser marsch" bauten die Wehren Altenufer, Waltersdorf, Schwanenkirchen und Frohnstetten in Windeseile eine rund 200 Meter lange Schlauchleitung zu den Hydranten, von wo die Löschtrupps mit ca. 4000 Litern Wasser pro Minute versorgt wurden. Gleichzeitig rüsteten sich die Atemschutzträger zur Personenrettung.
In nur kurzer Zeit war der Brandherd eingedämmt, die Eingeschlossenen befreit und zum Einsatzzug des BRK transportiert, wo unter Leitung von Karl-Heinz Junghanns die Verletzten erstversorgt wurden. Wer sich selbst noch nicht in einem verrauchten Gebäude aufgehalten hat, kann kaum nachvollziehen, wie hilflos man der Situation ausgeliefert ist und wie schnell man das Bewusstsein verliert. Kreisbrandinspektor Hans Schrimpf und Kreisbrandmeister Josef Mader demonstrierten dies einer Begleitgruppe mit Bürgermeister Christian Mayer, der froh war, heil aus den von einer Nebelmaschine künstlich erzeugten Rauchschwaden herausgekommen zu sein. Bewundernswert sei der Mut der Atemschutzträger, die trotz Schutzmasken und -anzügen ein großes Risiko auf sich nehmen.
Die Aktionen auf dem Firmengelände verfolgten auch Landrat Christian Bernreiter, Kreisbrandrat Leopold Schmid, Thomas Kiendl, der zuständige Sachgebietsleiter im Landratsamt Deggendorf, die Kreisbrandmeister Gerhard Münnich und Franz Eichinger mit sowie der Wethje-Firmenvertreter und Leiter der Instandhaltung Michael Hofmann, der die Einsatzkräfte und Gäste nach der Abschlussbesprechung zur Brotzeit einlud. Arthur Weiß bedankte sich bei der Firma Wethje und lobte das perfekte Zusammenspiel der Nachbarwehren. Christian Bernreiter verwies auf die drei Funktionen, warum eine Brandschutzwoche abgehalten wird. Die Einsatzkräfte lernten die Objekte und deren Problemsituationen besser kennen. Daneben biete sich die Gelegenheit der öffentlichen Präsentation und der Werbung in eigener Sache, andere wachzurütteln, sich einer Rettungseinheit anzuschließen. Christian Mayer war erleichtert, dass die Wasserversorgung dem Anspruch standhielt. Er dankte wie Leopold Schmid für den gelungenen Auftritt der Feuerwehren und des Bayerischen Roten Kreuzes. Beide betonten, dass dies kein Selbstläufer sei, sondern dass die Einsatzkräfte das ganze Jahr über viel Freizeit opferten, um in Not Geratenen zu helfen. - fr (Quelle:DZ 29.09.2009)
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